Die Nachricht ist geschrieben. Ein kurzer Satz, der sitzen würde. Der Daumen steht schon über dem Senden. Dann bleibt das Telefon für einen Moment auf dem Tisch liegen.
In diesem Moment ist der Ärger noch da. Aber er hat noch keine neue Runde eröffnet. Vielleicht lässt sich dieselbe Sache sagen, ohne den anderen zusätzlich zu verletzen. Vielleicht braucht die Antwort erst etwas Zeit.
(Spr 15,1)Das Sprichwort beschreibt, wie Antworten einen Konflikt beeinflussen können. Sanft zu sprechen bedeutet dabei nicht, Unrecht zu verschweigen. Eine klare Grenze kann ruhig formuliert werden. Auch eine ruhige Antwort garantiert allerdings nicht, dass der andere friedlich reagiert.
Uns gelingt diese Zurückhaltung nicht immer. Manchmal steckt hinter der scharfen Antwort auch der Wunsch, den anderen kleinzumachen. Das darf ehrlich vor Gott liegen. Unsere Hoffnung ist nicht, irgendwann nur noch die richtigen Sätze zu schreiben. Sie liegt in Christus, durch den wir Vergebung empfangen. (Eph 1,7)
Von dort aus kann Veränderung beginnen. Ein verletzender Satz kann zurückgenommen, eine Entschuldigung ausgesprochen und die nächste Antwort sorgfältiger gewählt werden. Für heute ist das Liegenlassen des Telefons vielleicht der erste kleine Schritt.































