Geld kann etwas sichtbar machen, das Worte allein leicht verdecken. Wenn jemand zu viel genommen hat, lässt sich echte Veränderung manchmal daran erkennen, was anschließend mit diesem Geld geschieht.
Zachäus steht vor Jesus und kündigt nicht einfach an, künftig netter zu sein. Er wird konkret: Er will Besitz abgeben und Unrecht vielfach erstatten (Lk 19,8-10)
.
Das Entscheidende daran ist die Reihenfolge. Jesus ist bereits in sein Haus gekommen. Zachäus kauft sich mit seiner Wiedergutmachung nicht erst den Zugang zu Jesus. Die Begegnung geht voraus; daraus entsteht eine sichtbare Veränderung (Lk 19,5-8) .
Das schützt vor zwei falschen Richtungen. Gnade macht Unrecht nicht bedeutungslos. Wer jemanden betrogen hat, kann sich nicht einfach mit einem frommen Gedanken davonstehlen. Wo Wiedergutmachung möglich ist, ist sie gut (4 Mose 5,6-7) . Aber Wiedergutmachung wird auch nicht zum Preis der Erlösung. Zachäus wird nicht gerettet, weil seine Rechnung am Ende groß genug ausfällt. Jesus beschreibt seine Aufgabe damit, Verlorene zu suchen und zu retten (Lk 19,10) . So darf Umkehr konkret werden: nicht um Gnade zu verdienen, sondern weil Gnade einen Menschen erreicht hat und nun auch sein Umgang mit anderen nicht derselbe bleiben muss (Eph 2,8-10) .
Für Feldarbeit ist die Rechtfertigung aus Gnade durch Glauben an Jesus Christus das verbindliche Fundament (Röm 3,24-28)
. Gute Werke können den Glauben ausdrücken und greifbar machen, begründen aber weder die Erlösung noch ergänzen oder sichern sie diese ab (Eph 2,8-10)
(Röm 4,4-5)
. Gott rechtfertigt den Gottlosen aus Glauben, nicht aufgrund seiner Früchte (Röm 4,5)
.
Einzelne biblische Erzählungen versucht Feldarbeit im Licht dieses Grundsatzes auszulegen. Wo eine Handlung beschrieben wird, ohne den zugrunde liegenden Glauben ausdrücklich zu benennen, darf sie für uns deshalb als Ausdruck des Glaubens verstanden werden, wenn der Zusammenhang diese Deutung trägt. Dabei ist zwischen der ausdrücklichen Aussage des Textes und einer aus dem Gesamtzeugnis der Schrift begründeten Schlussfolgerung zu unterscheiden.
Für Zachäus bedeutet das: Seine angekündigte Wiedergutmachung versteht Feldarbeit als Ausdruck seines Vertrauens auf Jesus. Wenn Jesus ihn als Sohn Abrahams im Sinne der Glaubenskindschaft bezeichnet, steht auch diese Zugehörigkeit auf dem Fundament des Glaubens (Gal 3,6-9)
(Röm 4,11-12)
. Die Wiedergutmachung gibt diesem Glauben eine konkrete Gestalt; sie ist weder der Preis seiner Rettung noch der Grund seiner Rechtfertigung (Röm 3,28)
(Eph 2,8-10)
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