Jesus erzählt von einem Sämann, dessen Saat auf unterschiedliche Böden fällt. Ein Teil fällt auf den Weg und wird von Vögeln gefressen. Ein anderer fällt auf felsigen Boden, geht schnell auf, hat aber nicht genügend Erde, um tief zu wurzeln, und verdorrt in der Sonne. Wieder andere Saat fällt unter Dornen. Sie wächst, wird jedoch von ihnen überwuchert. Ein Teil schließlich fällt auf guten Boden, wächst heran und bringt Frucht – unterschiedlich viel.
(Matthäus 13,3-8)
Jesus erklärt die Saat als das Wort vom Reich. Die verschiedenen Böden beschreiben, was mit diesem Wort geschieht, nachdem ein Mensch es hört.
Was nicht verstanden wird, kann wieder genommen werden (Matthäus 13,19) . Was zunächst mit Freude aufgenommen wird, kann ohne Wurzel unter Bedrängnis oder Verfolgung keinen Bestand haben. (Matthäus 13,20-21)
Was zwischen Sorgen und dem Trug des Reichtums wächst, kann dadurch erstickt und unfruchtbar werden. (Matthäus 13,22)
Wo das Wort gehört und verstanden wird, bringt es Frucht – nicht bei jedem im gleichen Maß. (Matthäus 13,23)
Feldarbeit lädt ein zu beobachten, ob und in welchem Maß diese vier Böden in uns vorkommen und wo wir gegebenenfalls umgraben, schneiden oder nachhaken sollten.
Dabei entscheidet der Zustand unseres Ackers nicht darüber, ob wir uns Gottes Annahme erarbeiten können. Gott rechtfertigt den Gottlosen, der glaubt; der Mensch wird durch Glauben gerechtfertigt – ohne Gesetzeswerke. (Römer 3,27-28)
, (Römer 4,4-5)
Erlösung erhält der Mensch deshalb nicht durch ausreichende Charakterentwicklung, Standhaftigkeit oder genügend Frucht, sondern durch den Glauben an Jesus Christus und sein Werk für ihn. (Römer 3,23-25)
, (Römer 5,1)
Doch warum ist das wichtig? Warum ist es wichtig, was beispielsweise unter Verfolgung Bestand hat?
Weil Erlösung nicht das Einzige ist, worüber das Neue Testament spricht. Ein Wort Gottes kann unser Denken prägen, uns tragen, Frucht hervorbringen und durch uns wiederum anderen dienen – oder eben nicht.
Beim felsigen Boden wird das Wort zunächst mit Freude aufgenommen, gewinnt aber keine Wurzel und hält Bedrängnis oder Verfolgung nicht stand. (Matthäus 13,20-21)
Bei den Dornen wird das Wort durch die Sorgen der Welt und den Trug des Reichtums erstickt und bleibt ohne Frucht. (Matthäus 13,22)
Beim guten Boden wird das Wort gehört und verstanden – und bringt Frucht in unterschiedlichem Maß. (Matthäus 13,23)
Das unmittelbare Thema der Erklärung ist also das Schicksal des Wortes im Menschen und seine Frucht, nicht eine ausgearbeitete Lehre darüber, durch welche Leistung jemand gerechtfertigt wird.
Auch Paulus unterscheidet zwischen dem Grund, der bereits gelegt ist – Jesus Christus – und dem, was ein Mensch darauf baut. Was darauf gebaut wird, kann Bestand haben oder verbrennen. Paulus spricht dabei sogar von einem Werk, das verlorengeht, während der Mensch selbst gerettet wird. (1. Korinther 3,10-15)
Damit bekommt aus Feldarbeits Sicht auch die Verfolgung im Sämannsgleichnis einen Sinn, ohne daraus eine Aufnahmeprüfung für den Himmel zu machen:
Nicht jeder Same, der auf uns fällt, schlägt Wurzeln. Nicht alles, was Wurzeln schlägt, trägt Frucht. Und nicht alles, was keine Frucht trägt, macht uns deshalb weniger angenommen. Der Acker entscheidet nicht über Gottes Gnade – aber auf ihm entscheidet sich, was aus dem Gehörten in unserem Leben wird.



























