Die Antwort ist schon fertig, obwohl der andere noch spricht. Man kennt seine ersten Sätze und meint, auch den Rest zu kennen. Erst als man den eigenen Einwurf zurückhält, kommt etwas zur Sprache, das bisher fehlte.
Zuhören braucht manchmal diesen kleinen Verzicht: den nächsten Satz nicht sofort zu besetzen. Auch eine berechtigte Antwort kann zu früh kommen.
(Jak 1,19-21)Jakobus verbindet das Hören mit dem Umgang mit Zorn und mit der Bereitschaft, Gottes Wort zu empfangen. Lautstärke und schnelle Empörung bringen nicht hervor, was vor Gott recht ist. Der Mensch wird hier zum Empfangen gerufen. Es ist nun nichts neues, dass es sinnvoll und gut ist im Gespräch einander ausreden zu lassen. Allein schon um des Respekts willen. Doch ist es eben auch und gerade wenn es um den Glauben geht gut für uns das Brot des Lebens ( Glaube an Jesu Opfer ) in einem ruhigen Gespräch zu uns zu nehmen. Das Evangelium ist keine Leistung, die wir im Streit behaupten müssen. Es ist die Nachricht von Christus, der sich für Sünder hingegeben hat.
Ein ruhiges Gespräch löst nicht jede Spannung. Aber vielleicht erfährt der andere zum ersten Mal, dass hinter seinem Satz mehr steckt, als wir schon zu wissen meinten. Wir wünschen uns und den Menschen einen gesegneten Umgang miteinander und dass das Wort reichlich unter uns wohne. Sowohl bei Themen des Glaubens als auch des alltäglichen Lebens und im Umgang miteinander.

































