Wer bei jemandem einzieht, bekommt mehr mit als ein gelegentlicher Besucher. Das Geschirr nach dem Essen. Die müden Gesichter am Morgen. Gespräche, die am Tisch anfangen und im Flur weitergehen. Nähe entsteht auch dort, wo niemand vorher aufgeräumt hat.
Johannes erzählt die Geburt Jesu mit einem Gedanken, der weit über einen kurzen Besuch hinausgeht:
(Joh 1,14)Gottes Wort wird Mensch und wohnt unter Menschen. Jesus nimmt unser Leben wirklich an: Er wird als Kind getragen, wächst heran, kennt Hunger und Müdigkeit. Weihnachten beginnt mit dieser Nähe. Gott spricht nicht nur aus der Ferne über unser Leben.
Die Krippe zeigt, wie unscheinbar diese Nähe aussehen kann. Maria legt ihr Kind dorthin, wo gerade Platz ist. Der, durch den alles geschaffen wurde, lässt sich versorgen.
Sein Weg führt weiter bis zum Kreuz. Christus kommt in eine Welt, deren Schuld und Schmerz er auf sich nimmt. Darin liegt mehr als die Wärme eines gelungenen Festes: Wir dürfen ihm unser wirkliches Leben anvertrauen, auch die Teile, die sich für Besuch schwer vorzeigen lassen. Er hat dieses Leben betreten, um uns mit Gott zu versöhnen.

































