Der Hobel liegt noch auf der Werkbank. Für heute hat das Brett seine Form bekommen; morgen braucht es den nächsten Arbeitsgang. Man kann das Werkzeug ablegen, obwohl die Arbeit noch nicht fertig ist.
Gute Arbeit verdient Sorgfalt. Trotzdem lässt sich das Leben nicht vollständig mit Können und längeren Arbeitstagen absichern. Es bleibt vieles, das wir weder herstellen noch bewachen können.
(Ps 127,1-2)Der Psalm spricht vom Bauen, Bewachen und mühevollen Arbeiten. Er nimmt diese Tätigkeiten ernst und erinnert zugleich daran, wie sehr ihr Gelingen von Gott abhängt. Selbst der Schlaf gehört zu dem, was empfangen werden darf.
Auch vor Gott liegt unser Halt nicht in einem lückenlos erledigten Tagespensum. Christus hat sich für uns hingegeben. Seine Erlösung hängt nicht daran, ob wir heute noch genug geschafft haben.
Die offene Arbeit ist morgen weiterhin da. Aber sie muss nicht das letzte Wort über diesen Abend haben. Der Hobel bleibt liegen, die Tür zur Werkstatt wird geschlossen, und am Tisch wartet Arbeit auch für den nächsten Tag.

































