Der Topf ist noch warm. Beim Einfüllen fällt jemandem die Nachbarin ein, die gerade kaum aus dem Haus kommt. Ein zweiter Behälter steht schnell auf der Arbeitsplatte. Dieselbe Suppe wird nun auch ihr Abendessen.
Ein freundlicher Wunsch kann guttun. Aber wenn jemand Hunger hat, ersetzt er keine Mahlzeit. Fürsorge fragt deshalb manchmal ganz schlicht, was heute wirklich fehlt: Essen, eine warme Jacke, ein Einkauf oder eine Stunde Unterstützung.
Jakobus beschreibt Menschen, denen Kleidung und tägliche Nahrung fehlen. Er legt den Finger auf Worte, die freundlich klingen und die konkrete Not dennoch unberührt lassen.
(Jak 2,15-16)Diese Schärfe darf stehen bleiben. Unsere Hilfe ist nötig, wo wir helfen können. Sie ist zugleich kein Kaufpreis für Gottes Annahme; wir leben von Christi Gnade. Gerade daraus kann ein Glaube wachsen, der die Not des anderen nicht nur kommentiert. Die Portion vor seiner Tür löst nicht sein ganzes Leben. Aber sie kann heute die Hilfe sein, die er tatsächlich braucht.
Jakobus spricht hier im Kontext über die Frage wie der Mensch durch Glaube ohne Werke gerechtfertigt wird. Er führt an, dass der Glaube durch Werke seine Erfüllung findet. Aus Feldarbeits Sicht sind gute Werke in Christus Offenbarung dessen, was der Glaube an ihn in uns hervorruft. Sie bewirken die Rettung aus Glauben nicht, sondern können der Offenbarung dienen was im Herzen gewachsen ist.































