Der Faden rutscht schon wieder aus dem Nadelöhr. Das Kind legt die Nadel auf den Tisch. Neben ihm wartet jemand, der längst fertig wäre, wenn er die Arbeit selbst übernommen hätte. Doch er schiebt die kleine Stofftasche zurück, hält den Faden bereit und zeigt den nächsten Schritt noch einmal in Ruhe.
So eine Geduld lässt Raum zum Lernen. Sie nimmt den Fehler wahr und bleibt trotzdem zugewandt. Wer sie erlebt, muss nicht jede Unsicherheit verstecken.
Paulus spricht im ersten Timotheusbrief von einer Geduld, die noch tiefer reicht. Er blickt auf seine eigene Geschichte zurück: Er hatte Christus gelästert und Menschen verfolgt. Dass Jesus sich ihm zuwendet, beschreibt er als empfangene Barmherzigkeit. Gerade an ihm wird sichtbar, wie weit Christi Geduld reicht.
(1 Tim 1,15-16)Hier geht es um wirkliche Schuld. Paulus kann seine Vergangenheit nicht durch späteren Einsatz ungeschehen machen. Christus kommt ihm als Retter entgegen. Paulus wird zum Beispiel für Menschen, die ihm künftig vertrauen werden.
Das eröffnet einen Weg, ehrlich vor Jesus zu stehen. Auch mit dem, was sich nicht als bloßes Versehen erklären lässt. Seine Barmherzigkeit gründet in seiner Hingabe für Sünder. Auf ihn darf sich der Glaube verlassen.
Am Tisch wird die Nadel wieder aufgenommen. Diesmal gelingt der erste Stich. Die Tasche ist noch lange nicht fertig, aber jemand bleibt daneben sitzen.

































