Ein Becher Wasser ist keine große Gabe. Man muss dafür keinen besonderen Plan haben, keine Bühne und keine außergewöhnlichen Mittel. Man muss nur merken, dass jemand Durst hat.
Jesus spricht genau über so eine kleine Handlung.
(Mk 9,41)Das macht aus jeder Kleinigkeit kein geistliches Heldentum. Ein Becher Wasser bleibt ein Becher Wasser. Aber gerade darin liegt etwas Befreiendes: Liebe muss nicht erst groß werden, bevor sie wirklich helfen darf.
Manchmal warten wir auf die Gelegenheit, etwas Bedeutendes zu tun, und übersehen dabei das Nächstliegende. Jemand braucht etwas zu trinken, eine Hand beim Tragen, einen freien Stuhl, einen kurzen Anruf oder zehn Minuten Zeit.
Solche Dinge verdienen keine Erlösung. Christus hat nicht ein halb fertiges Rettungswerk hinterlassen, das wir mit kleinen guten Taten vervollständigen müssten. Gottes Annahme wird nicht durch unsere Hilfsbereitschaft gekauft.
Aber aus empfangener Gnade darf Aufmerksamkeit wachsen. Nicht alles, was vor Gott zählt, muss für andere Menschen groß aussehen. Manchmal beginnt Nächstenliebe tatsächlich mit einem Becher Wasser.

































