Wer durch Lindenberg geht, muss nicht weit suchen, um Schönes zu finden.
Am Waldsee wird es still. Wasser, Moor und Wald liegen eingebettet in das Allgäuer Land. Nicht weit davon erhebt sich die Alpenkette und erinnert daran, wie klein der Mensch vor der Größe der Schöpfung eigentlich ist. Auch die Stadt selbst erzählt ihre Geschichte. Von Käse und Landwirtschaft, von Handwerk und Hüten, die Lindenberg weit über die Region hinaus bekannt gemacht haben. Menschen haben gearbeitet, gestaltet, gebaut und ihre Spuren hinterlassen.
Und über den Häusern erhebt sich die große Stadtpfarrkirche. Prächtig, mächtig und geschaffen, um den Blick des Menschen über sich selbst hinaus auf Gott zu richten.
Doch so schön die Natur, so gewaltig die Berge und so beeindruckend unsere Gotteshäuser auch sein mögen: Nichts davon ist Gottes letztes Wort über diese Welt.
Die Bibel verheißt mehr. Sie erzählt von einer Schöpfung, in der das Gegeneinander endet, in der Wolf und Lamm beieinander wohnen und selbst die Natur nicht mehr von dem geprägt ist, was heute Leben zerstört.
Sie verheißt einen erlösten Menschen und eine wiederhergestellte Gemeinschaft mit seinem Schöpfer. (Jesaja 11,6-9) Und sie bleibt zugleich nüchtern gegenüber allem, was Menschen aus Religion machen können. Die Offenbarung nennt uns das Bild Babylons und warnt vor einer Religion, die sich mit menschlicher Macht, Reichtum und Herrschaft verbindet.
Am Ende der Offenbarung sieht Johannes eine neue Welt und eine Stadt von unvorstellbarer Herrlichkeit. Doch ausgerechnet dort sucht er einen Tempel vergeblich. Gott selbst und das Lamm sind ihr Tempel. Was unsere Kirchen heute nur darstellen, wonach ihre Mauern, Türme und Altäre den Blick ausrichten wollen, ist dort Wirklichkeit: (Offenbarung 21,22-23)
Gott wohnt bei den Menschen.
Vom Evangelium her gelesen liegt unsere Hoffnung deshalb weder in der Schönheit dieser Welt noch in den Mauern, die wir Gott errichten. Auch nicht in einer Konfession, einer Kultur oder unserer eigenen religiösen Leistung. Unsere Hoffnung liegt in Jesus Christus und dem was er auf Golgatha vollbracht hat. Durch sein Opfer wird dem Glaubenden Vergebung und Versöhnung mit Gott zugesagt. Was heute noch Verheißung ist, wird einmal Wirklichkeit sein: eine erneuerte Schöpfung, ein erlöster Mensch und Gemeinschaft mit Gott – nicht nur für einen Augenblick am stillen Waldsee oder beim Blick auf die Alpen, sondern für immer.






















